Sunday, April 3, 2011

Rants of the Tribe

From one of those mass mailings you wished you never had seen it, but it came from somebody I knew, so I wasted some time on a short response (see bottom). This exchange might be interesting in a few years to show how hysterical people have become and what passes as discourse these days:

If this seems really unusual to you, it is because we have lacked leadership so badly for so long, it is hard to recognize! Australia says NO - Second Time she has done this!
She's done it again.
She sure isn't backing down on her hard line stance and one has to appreciate her belief in the rights of her native countrymen. A breath of fresh air to see someone lead. I wish some leaders would step up in Canada & USA .

Australian Prime Minister does it again!!

This woman should be appointed Queen of the World. Truer words have never been spoken.

It took a lot of courage for this
woman to speak what she had to say for the world to hear. The retribution could be phenomenal, but at least she was willing to take a stand on her and Australia 'S beliefs.

The whole world needs a leader like this!

Prime Minister Julia Gillard - Australia

Muslims who want to live under Islamic Sharia law were told on Wednesday to get out of Australia, as the government targeted radicals in a bid to head off potential terror attacks..


Separately,
Gillard angered some Australian Muslims on Wednesday by saying she supported spy agencies monitoring the nation's mosques. Quote:

'IMMIGRANTS, NOT AUSTRALIANS, MUST ADAPT. Take It Or Leave It.

I am tired of this nation worrying about whether we are offending some individual or their culture. Since the terrorist attacks on Bali , we have experienced a surge in patriotism by the majority of Australians. '

'This culture has been developed over two centuries of struggles, trials and victories by millions of men and women who have sought freedom'

'We speak mainly ENGLISH, not Spanish, Lebanese, Arabic, Chinese, Japanese, Russian, or any other language. Therefore, if you wish to become part of our society. Learn the language!'

'Most Australians
believe in God. This is not some Christian, right wing, political push, but a fact, because Christian men and women, on Christian principles, founded this nation, and this is clearly documented. It is certainly appropriate to display it on the walls of our schools. If God offends you, then I suggest you consider another part of the world as your new home, because God is part of our culture.'

'We will accept your beliefs, and will not question why. All we ask is that you accept ours, and live in harmony and peaceful enjoyment with us.'

'This is OUR COUNTRY, OUR LAND, and OUR LIFESTYLE, and we will allow you every opportunity to enjoy all this. But once you are done complaining, whining, and griping about Our Flag, Our Pledge, Our Christian beliefs, or Our Way of Life, I highly encourage you take advantage of one other great Australian freedom, 'THE RIGHT TO LEAVE'.'

'If you aren't happy here then LEAVE. We didn't force you to come here. You asked to be here. So accept the country YOU accepted.'


My response:

It is NOT Leadership to tell people exactly what they want to hear and have believed for decades. This is also NOT a “breath of fresh air”, nor is it “rare”. It is rather the very common stale air of old standbys like “love it or leave it” already worn out in the 50ties.

Demographic change is occurring worldwide. Some just accept it later than others. Visit some other countries, learn other languages and study other cultures, stay open minded, use the best of each culture, expand your vision, that is what a true leader should say. Insisting that everything remain as it was, is stagnant and provincial and leads to decline.

The world has become a village of 7 billion people and growing. Everybody has become a neighbor. If we learn to deal with it, the world could actually become a better place in which others are not any more fought solely because they look, speak or believe differently. The fact that we are born in a privileged spot of the earth isn’t an achievement in itself nor does it give us the right to declare a whole continent or country to be our own private backyard, no matter if it is Australia or the USA.

Sunday, March 13, 2011

Apokalypse Now

13.3.2011

Tsunami ist ein japanisches Wort und von Japan hat die Welt diese Woche gelernt, was es bedeutet. Während die indonesische Flutwelle vor ein paar Jahren nur vereinzelt gefilmt worden war, haben die Japaner schon gleich nach der Warnung Hubschrauber in die Luft geschickt, die dann mit entsetzlicher Präzision dokumentierten was wie ein unendlicher Alptraum auf den Bildschirmen erschien. Wasser das sich als endlos breite Front mit etwa der Geschwindigkeit eines PKWs auf einer Landstrasse über das Flachland ausbreitet und alles niederwalzt, was im Wege steht. Kleine Häuser schwimmen gleich weg, grosse stehen eine Weile und fallen dann in Zeitlupe in die Wassermassen, die Dächer schwimmen wie Boote als Treibgut davon. Wir werden Zeuge davon wie sich das Wasser auf einen Fluss vorarbeitet, ihn in Sekunden seitlich auffüllt und sich gleich darauf auf der anderen UferSeite wieder auf den Weg macht als wäre da nie ein Fluss gewesen. Wir sehen wie das Wasser auf eine Landstrasse zurollt und wie Autofahrer in Panik vor und zurückfahren um dem Wasser zu entkommen. Wir sehen auch wie unverzagte Zeitzeugen auf Augenhöhe von einem Balkon die Strasse filmen auf der eben noch ein Minivan vorbeifährt bevor sie sich in einen wilden Fluss verwandelt, weit reissender als ein Gebirgsbach bei der Schneeschmelze. Autos kommen nun in rasender Fahrt drei Meter überm Asphalt durch die Strasse geschossen, auf den Wassermassen schwimmend, die Kühlerhaube nach unten wie eine Ente beim Tauchen.

Diese Bilder sind so unwirklich, so grauenhaft, sosehr wie ein schlimmer Alptraum oder ein wüster Horrorfilm, dass man sich selbst auf dem Sofa im fernen und sonnigen Catonsville sitzend nicht mehr ganz sicher fühlt. Und dieser Alptraum überlagert mit den Zerstörungen eines unfasslich starken Erdbeben und nun auch noch dem möglichen Super GAU nicht nur eines, sondern mehrerer Kernkraftwerke ergibt eine Katstrophe, die jede Vorstellungskraft sprengt.

Haiti war auch so ein Fall, aber wir konnten uns einreden, dass es in diesen armen unterentwickelten Ländern eben immer so schlimm ausfällt, weil die vor lauter Armut und Korruption eben keine sicheren Gebäude bauen, keinen Katstrophenschutz kennen oder eben auch in der Katastrophe schlicht desorganisiert bleiben. Dass wir eben nicht so sind und uns dies deshalb nie so widerfahren würde.

Aber Japan? Dieser Hort der Selbstdisziplin und Effizienz wo jedes Schulkind schon dutzende Male den Ernstfall geprobt hat, Erdbeben und Tsunami? Dort, im drittstärksten Industrieland der Welt nun Energieengpässe, Hunger, Wassermangel und Kernschmelze?

Gerade als sich weltweit eine Renaissance der Nuklearenergie breitmachte, weil man 25 Jahre nach Tschernobyl eben schon wieder vergessen kann, weil Kernspaltung eben Carbon neutral ist und weil Öl gerade mal wieder sehr teuer geworden ist, dank sich rasch verbreitender Befreiungsbewegungen in Nordafrika. Gerade als sich die Weltwirtschaft von der Finanzkrise zu erholen scheint, gerade nun also dies, der Beweis, dass wir und unsere sicheren Atomkraftwerke eben doch verwundbar sind. Dass die Natur lässig die Oberhand hat, auch wenn wir sie verwunden können.

Die Medien, die die Filmchen mehr oder weniger in Echtzeit abspielen können, sind dennoch völlig überfordert, die Lage irgendwie angemessen einschätzen zu können. So klaffen Bilder und die geschätzte Zahl der Opfer (da war zunächst die Rede von 60 Verschütteten) so diametral auseinander, dass es eigentlich jedem Fernsehzuschauer sogleich auffallen müsste. Zwei Stunden nach der Flut redet man auf NPR von den Einwirkungen, die dies Ereignis auf den Yen haben könne. Heute machte der Football Streik sich breit auf Seite eins der SUN. Constellation erklärt seine Reaktoren für sicher. Die USA bereiten sich auf St Patricks Day vor. Das Bier wird grün gefärbt.

Wie 9-11 wird auch diese japanische Katastrophe sich irgendwann auf die Psyche der Welt legen, auch wenn es noch ein wenig dauern wird. Auch dann, wenn die Reaktoren am Ende doch nicht völlig dahin schmelzen und wenn letztendlich in ein oder zwei Jahren die Zerstörung wohlmöglich die japanische Wirtschaft ankurbelt.

Saturday, March 5, 2011

Freedom

Auf dem Sofa höre ich mir die Wochenendausgabe von „All Things Considered“ an, was etwa dem damaligen „von Tag zu Tag“ des SDR entspricht, falls sich einer erinnert.

Franzens Mountaintop Removal und West Virginia kam vor, ohne dass Franzen zu erwähnt wurde, denn es ging nicht um seinen Roman sondern um die echte US Geschichte. Der größte US Arbeiteraufstand der Geschichte fand auf dem Blair Mountain im Jahre 1921 statt: Etwa 10.000 bewaffnete Bergarbeiter (Miners) standen den Milizen der Bergbauindustrie gegenüber, standen im Streik und wollten das Recht haben sich zu organisieren. Wie in Deutschland hatten die Kapitaleigner Wohnungen und Läden in ihrem Besitz und zahlten die Arbeiter mit Ersatzgeld, das nur in ihren Läden verwendet werden konnte und Arbeiter waren total rechtlos. 1921 also probten sie den Aufstand und die Lage war so zugespitzt, dass Präsident Harding Truppen sandte und sogar Flugzeuge gegen die Aufständischen einsetzte. Kurz, der Aufstand wurde niedergeschlagen.

Was hat das mit Franzen zu tun? Einmal geht’s natürlich um Freiheit. Aber dann, und hier wird’s wirklich sehr parallel, es geht darum, ob Blair Mountain als National Monument for Historic Preservation geschützt wird. Es stand schon auf der Liste und wurde dann letztes Jahr wieder entfernt, weil mehrere Landbesitzer sich dagegen aussprachen! Und warum? Weil diese Gelände sich zu Mountaintop Removal eignet. Und weil die Kohleeigner (Big Coal) kein Interesse daran haben, einen Arbeiteraufstand zu erinnern. National Public Radio interviewte lokale Miners und sie sagten Arbeit sei ihnen wichtiger als Geschichte.

Diese reale Version der Dinge ist soviel brisanter als Franzens Vogelreservat und dennoch so verblüffend ähnlich. Plus, wenn wir (die US) uns über Gaddafi aufregen, sollten wir mal nach West Virginia schauen. Es ist heute noch ähnlich wie Lybien. Kohle macht das grosse Geld in einem Staat, der einer der ärmsten der USA ist, obwohl 40% aller US Energie aus dortiger Kohle kommt. Die Kohlezüge rattern hier eine Meile entfernt am Haus vorbei, auf den Geleisen, was dereinst die erste Eisenbahnlinie der US war, die Verbindung von Baltimore nach Ellicott City, später B&O genannt (Baltimore & Ohio Railroad).

Franzens Titel Freedom (Freiheit) war schon gut gewählt. Wie können wir uns das Land of the Free nennen, wenn wir Zustände wie in West Virginia und Mountaintop Removal zulassen?

Friday, February 11, 2011

Jubilation


Die Ägypter haben heute ihren Diktator davon gejagt und nun schon als zweites Land in nur dreissig Tagen gezeigt, dass der alte Schlachtspruch "Pueblo unido, jamas sera vincido" auch im Zeitalter von Facebook und Twitter noch Gültigkeit hat.

Ich sitze ziemlich abseits von diesen Grossereignissen auf meinem Sofa und habe das Radio ziemlich aufgedreht auf dem allerlei Rock Oldies zu hören sind und „blättere“ dem Computer durch die Jubelmeldungen aus Kairo. Eine Iranische Bekannte von mir vermerkt auf Facebook wie sie am 11.2.1979 auf ähnlichen Jubel in den Strassen von Teheran herunterblickte (und was daraus geworden ist). Dennoch, es ist so wichtig jubeln zu können und die Kraft von Befreiung spüren zu können und es ist unglaublich wie dies nun um den Erdball rast wie ein grosses Feuer ohne das jemand genau abschätzen kann, welches Land als nächstes angesteckt werden wird. Sicher nicht Amerikaner oder Deutsche, aber vielleicht Jemeniten oder Libyer oder irgendein Volk, das die Medien gegenwaertig nicht so Blickfeld haben.

Amerikaner und Deutsche sollten sich überlegen, wen sie sich als Partner aussuchen und welche faulen Freunde da sonst noch so herumhängen und morgen zur Blamage werden könnten. Sollte Freiheit letztendlich doch unaufhaltsam sein? Jedesmal wenn sich ein Volk seiner Fesseln entledigt, scheint diese Möglichkeit erneut auf und erstickt dann wieder in den üblichen Chinanigans. Und gerade Obama hatte hier soviel Hoffnung gemacht und ist nun in Ägypten den Ereignissen wie ein Hundchen hinterhergehechelt.

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Sunday, October 24, 2010

Contemplations about aging




In a plane flying out if Phoenix Az, first the abrupt mountain ridges sharply glowing in the setting sun, then, softly the clouds, one can forget the nonsense of flying from Portland to Baltimore via Arizona. There is beauty and majesty in the contours of the reddish brown earth down here in the Southwest. What a contrast to the lush spruce forest around equally or more majestically snow-capped Mount Hood. Worlds seem to lie between these points only two flight hours apart and both exotic and fresh in their newness to the east coaster. So I am perched into my window spot inside the plane as usual snapping the fast moving wondrous images unfolding in front of the tiny opening of my protective silver shell. Darkness is falling rapidly now flying away from the sun and into the night. On the other side of this night waits for me the sixth decade of my life which seems to be waning just as rapidly as the daylight outside. Never before did I dread the new first digit as much as now. Age up to now could either be ignored and was easily compensated by increased access, insight or influence. Now, however, whatever incremental new wisdom there might accumulate, is outweighed by memory loss, fatigue and occasional outright confusion. Even with a flawlessly functioning body there is no denying of the wear. Mostly, of course, all this takes place in the mind and manifests itself more in fear than in fact. The pure arithmetic is intimidating, let alone the probabilities. Plus the example of the parents, now coming in two versions, one encouraging and one disheartening. They are still, like a seawall keeping death at bay, at least so it seems. Yet the parents outline the trajectory of life so clearly and it feels like that I am flying in close formation with them slowly losing altitude.
Those are the thoughts while Southwest displays their in-flight treats in the form of small packs of peanuts and crackers. Yes, the trip was about education, transportation, breaking away from the daily mill, networking, grabbing opportunities or learning how to recognize them; but right now in my corner it is time for navel gazing, introspection and awareness of the fragility of this suspense between the earth and the heavens and between maturity and old age.